Ein europäisches
Forschungsprojekt zu den sozialen und
institutionellen Bedingungen für die
Entwicklung von Vertrauen Verbrauchervertrauen
in Lebensmittel 2002 - 2004 Contract No QLK1-CT-2001-00291 1
Die Lebensmittel in den Staaten West- europas
sind so sicher wie nie zuvor. Dies ist zumindest die Meinung vieler Lebensmit-
telexperten. Aber die Verbraucher scheinen dem nicht zuzustimmen. Sie
sind unsicher hinsichtlich der Qualität und der Sicherheit von Lebensmitteln.
Solch ein Gegensatz an Meinungen stellt eine der wesentlichen Her- ausforderungen
der Lebensmittelpolitik und des Lebensmittelmarktes dar – sowohl auf nationaler
wie auch auf pan-europäischer Ebene. Die heutigen Erkenntnisse zeigen
jedoch, dass sich die Ausmaße von Vertrauen in Lebensmittel und in Informationsquellen,
denen vertraut wird, in den europäischen Mitgliedsstaaten beträchtlich
unterscheiden. Durch jüngere Skandale, die die Lebensmit- telsicherheit
betreffen (wie BSE), können einige, jedoch nicht alle Unterschiede erklärt
werden. Um Vertrauen und Misstrauen in Lebensmit- tel im Zusammenhang
mit dem fortschreit- enden europäischen Einigungsprozess ver- stehen zu
können, betrachtet die Untersu- chung die historischen und institutionellen
Unterschiede in den Lebensmittelsystemen der beteiligten Länder. Diese
Unterschiede werden in ihrer Wirkung auf das Grundver- ständnis und die
Erfahrung von Verbrau- chern mit Vertrauen und Misstrauen hin un- tersucht.
Die Studie geht von der Annahme aus, dass sowohl Verbrauchervertrauen
als auch -misstrauen routinemäßige und not- wendige soziale Erscheinungen
sind. Hierauf aufbauend wird untersucht, ob Misstrauen zu der Entstehung
bzw. Wiederherstellung – von Vertrauen beiträgt.
Einführung
Das übergeordnete Ziel der Untersuchung ist,
die sozialen und institutionellen Rahmenbedingungen für die Entstehung
und Erhaltung von Verbraucherver- trauen in Lebensmittel zu untersuchen.
Die Studie versucht die Faktoren zu ermitteln, die das Vertrauen in das
Lebensmittelangebot sowie in Informa- tionsquellen bestimmen. Diese Faktoren
umfassen die Rolle der Behörden und politischen Entscheidungsträger,
der Verbraucherorganisationen, der Marktak- teure (Erzeuger, Verarbeiter,
Händler), der Verbraucher und sonstiger gesellschaftlicher Institutionen. Ziel
Die Studie stützt sich auf die Expertise der
Politikwissenschaft, der Soziologie, der Er- nährungswissenschaft und
der Verbraucher- verhaltensforschung. Die Analyse umfasst Daten aus (1)
einer repräsentativen Verbrau- cherbefragung zur Fragestellung wie Verbrau-
cher mit Vertrauen und Misstrauen in der Alltagsroutine umgehen und (2)
einer quali- tativen Untersuchung (Dokumentenanalyse, Experteninterviews)
zu den Rahmenbedin-
Methode und Struktur gungen für die Entstehung
und Aufrechter- haltung von Vertrauen. Letztere wird auf ver- schiedenen
institutionellen Ebenen (regional, national, EU) durchgeführt. Die spezielle
Be- trachtung von Rindfleisch und Tomaten soll die Beziehungen zwischen
Verbraucherver- trauen und kollektiven Akteuren und Institu- tionen im
Lebensmittelsystem vertieft be- leuchten.
Das Konzept “Vertrauen” Verbraucherbefragung
in 6 Ländern Vergleichende Analyse Institutionenanalyse
Staaten, EU Strategien zur Stärkung
von Vertrauen Vermittlung der Ergebnisse
an Interessengruppen und die Öffentlichkeit
Eine systematische, interdisziplinäre Analyse
der institutionellen Grundlagen von Verbrau- chervertrauen und –misstrauen
in das Lebens- mittelangebot im heutigen Europa. Eine eingehende vergleichende
Analyse der Auswirkungen der unterschiedlichen institu- tionellen Regelungen
auf das Verbraucherver- trauen und –misstrauen in Lebensmittel in den
teilnehmenden Ländern. Eine Analyse des Einflusses der Politik der Europäischen
Union auf Länder mit deutlich unterschiedlichen geschichtlichen Verläufen
hinsichtlich der gesetzlichen Regelungen und Kontroversen. Eine politikrelevante
Einschätzung der Rolle von Bürger- und Verbraucherorganisationen bei der
Formulierung der Interessen der Ver- braucher mit dem Ziel der Einrichtung
eines glaubwürdigen europäischen Lebensmittel- systems. Eine kritische
Analyse alternativer Strategien zum Umgang mit Vertrauen und Misstrauen
im Lebensmittelsystem.
Erwartete Ergebnisse Die Untersuchungsergebnisse
bilden die Basis für die Entwicklung von Empfehlungen zum Umgang mit Verbrauchervertrauen
und –misstrauen. Diese Empfehlungen dienen dazu, die Entwicklung von Verbrauchervertrauen
zu fördern und nationale Maßnahmen und solche auf der Ebene der Europäischen
Gemeinschaft gegen Verunsicherung bei Lebensmitteln zu unterstützen. Darüber
hinaus werden die Ergebnisse für kommerzielle und andere Organisationen
von Bedeutung sein: im Hinblick auf eine Verbesserung ihres Verständnisses
und ihrer Antworten auf die Sichtweisen und die Reaktionen von Verbrauchern. Anwendung
Verantwortliche
Projektparterinnen und -partner Unni
Kjaernes (Koordinatorin) The National Institute
for Consumer Research (SIFO) PO Box 4682, Nydalen N-0405 Oslo - Norwegen
Email: unni.kjarnes@sifo.no
Roberta Sassatelli Dipartimento di Discipline
della Comunicazione Università di Bologna - Via Azzo Gardino, 23 I-40122
Bologna - Italien Email: r.sassatelli@uea.ac.uk
Lotte Holm Royal Veterinary- and Agricultural
University (KVL) Research Department of Human Nutrition (FHE) Rolighedsvej
30 DK 1958 Frederiksberg C-Dänemark Email: lotte.holm@fhe.kvl.dk Alan Warde University
of Manchester Centre for Research on Innovation and Competition (CRIC)
Devonshire House - Oxford Road UK-Manchester M13 9QH - Grossbritannien
Email: Alan.Warde@man.ac.uk
Pedro Graça The University of Portugal Faculty
of Nutrition (FCNAUP) Rua Dr. Roberto Frias P- 4200-465 Porto - Portugal
Email: pedrograca@fcna.up.pt
Corinna Willhöft Bundesforschungsanstalt
für Ernährung (BFE) Institut für Ernährungsökonomie und -soziologie Haid-und-Neu-Straße
9 D-76131 Karlsruhe - Deutschland Email: corinna.willhoeft@bfe.uni-karlsruhe.de Teilnehmende Projektbeirat
Anne Murcott Institute for the Study of Genetics,
Biorisks and Society (IGBiS) The University of Nottingham Law & Social
Sciences Building Nottingham NG7 2RD Großbritannien
Jukka Gronow Department of Sociology University
of Uppsala P.O. Box 821, SE-751 08 Uppsala Schweden
Alan Scott Leopold-Franzens-Universität Innsbruck,
Institut für Soziologie Universitätsstr. 15, A - 6040 Innsbruck Österreich
Ministerium Ernährung und Ländlicher Raum Baden- Württemberg (MLR) Postfach
10 34 44, D-70029 Stuttgart Deutschland Statens næringsmiddeltilsyn (SNT)
Postboks 8187 Dep, N-0034 Oslo Norwegen Agencia para a Qualidade e Seguranca
Alimentar R. Elias Garcia 30, 2704-507 Venda Nova - Amadora Portugal Ministry
of Economy Consumer Rights Protection Division Brivibas iela 55, Riga,
LV-1519 Lettland Forbrugerrådet Fiolstræde 17, Postboks 2188, DK-1017 København
K Dänemark Coop Italia Direzione Qualità Via del Lavoro 6-8, I-40033 Casaleccio
di Reno (BO) Italien
Weitere informationen finden Sie auf der
Webseite des Projektes unter http://www.trustinfood.org und/oder wenden Sie sich an die Projektkoordinatorin
oder direkt an andere Projektpartnerinnen und -partner.
Dr. Achim Boenke, Wissenschaftlicher Berater
Europäische Kommission, Generaldirektion Forschung; Direktorat E - Biotechnologie,
Landwirtschaft und Lebensmittel; Unit E.2 - Lebensmittelqualität Official address: Europäische
Kommission, B-1049 Brüssel Tel: (+32-2)-2 96 07 56 (direkt), (+32-2)-2
99 11 11 (Zentrale) Fax:(+32-2)-2 96 43 22 Email: Achim.Boenke@cec.eu.int
Internet:http://europa.eu.int/comm/dgs/ research/index_en.html Dieses
Forschungsprojekt wird unterstützt von der Europäischen
Kommission, Programm Lebensqualität und Management
lebender Ressourcen (QoL), Leitaktion 1 (KA1) Lebensmittel, Ernährung
und Gesundheit.
|